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Standards und Kompetenzen

„Standards und Kompetenzen in der Lehrerausbildung“ – dies ist ein Thema, das in Deutschland seit 1997 mit den Veröffentlichungen von Fritz Oser und Ewald Terhart in der Diskussion ist. Im wissenschaftlichen Diskurs geht es dabei um Begriffs- und Zielbestimmungen, um Kategorisierungen, um die Frage der Niveaustufen und vieles mehr. Gleichzeitig gibt es in Deutschland einen politischen Diskurs und den politischen Willen zur Einführung solcher Standards. So hat die KMK beispielsweise im Dezember 2004 Standards für die bildungswissenschaftlichen Teile der Lehrerbildung verabschiedet. Wissenschaft und Bildungspolitik haben damit in Deutschland einen Reformprozess mit vielfältigen Aktivitäten einer Neuorientierung der Lehrerausbildung in Gang gesetzt, der alle Phasen betrifft. Es werden Ansätze und Modelle für eine Orientierung der Lehrerausbildung an Standards und Kompetenzen diskutiert, Erfahrungen mit der Implementierung von Standards in fachlichen Lehr- / Lernprozessen und in pädagogischen Handlungsfeldern skizziert und Fragen der empirischen Überprüfung der Wirksamkeit einer Orientierung der Lehrerausbildung an Standards und Kompetenzen bearbeitet. Aufgrund der Komplexität dieses Themas gibt es derzeit noch viele offene Fragen: Offen ist z. B., wie man zur Festlegung von Standards und zur Bestimmung von Niveaustufen kommt, wer die Standards definieren soll, wie wirksam die Kompetenzorientierung ist und mit welchen Instrumenten deren Wirksamkeit empirisch überprüft werden kann.
In Paderborn wird es als ein wesentliches Moment für die nachhaltige Wirksamkeit der Implementierung von Standards in der Lehrerausbildung angesehen, dass unter Einbeziehung des Forschungsstandes diejenigen Personen die Standards entwickeln, die durch ihre Lehre für den Kompetenzerwerb verantwortlich sind und diesen im Kontext von Prüfungen nachhalten. Bezogen auf das Lehren und Lernen im universitären Kontext sind Standards gemäß den neuen universitären Studienstrukturen für die Module zu formulieren. Sie werden so auf der Ebene der Lehrveranstaltungen und der Prüfungen wirksam, die ihrerseits eine neue Qualität erhalten. Sofern Qualitätsentwicklung wie in Paderborn Entwicklung und Evaluation meint, sind ‚Standards‘ ‚prüfbare Standards‘. Zu formulieren sind somit die Anforderungen an die Studierenden. Prüfbarkeit wird dabei in zweierlei Hinsicht verstanden. Gemeint sind zum einen die Prüfungen, die die Studierenden zu absolvieren haben und in denen ihre Leistungen und ihr Kompetenzerwerb überprüft werden. Zum anderen ist die Evaluation gemeint, die Aufschluss darüber geben soll, ob die Maßnahmen erfolgreich und die definierten Standards angemessen formuliert sind.
Das Zentrum für Bildungsforschung und Lehrerbildung (PLAZ) hat sich deshalb zusammen mit den Lehrenden der Universität Paderborn auf den Weg gemacht, Standards für die Lehrerausbildung zu formulieren, zu implementieren, zu überprüfen und ggf. zu revidieren. Die Implementierung von Standards und Kompetenzen geschieht in Paderborn vor dem Hintergrund eines Leitbildes für die Lehrerausbildung. Danach soll das Studium die Studierenden darin unterstützen, die wissenschaftlichen Grundlagen für die Wahrnehmung von Bildungs-, Erziehungs- und Schulentwicklungsaufgaben zu erwerben und eine forschende Grundhaltung aufzubauen. Sie sollen erste praktische Erfahrungen im Hinblick auf berufliche Aufgaben gewinnen sowie Persönlichkeitseigenschaften, die für den Lehrberuf wichtig sind, weiterentwickeln.
In einem ersten Schritt hat das PLAZ in Zusammenarbeit mit Vertreterinnen und Vertretern der Fakultäten und der Fächer sowie dem Präsidium (damals noch Rektorat) ein Positionspapier zu „Standards, Qualität und Leitbild der Lehrerausbildung“ erstellt. Hierin wird vorgeschlagen, Standards aus der Verknüpfung von Inhalts- und Kompetenzbereichen zu gewinnen, indem 1. Inhalts- und Kompetenzbereiche bestimmt, 2. hieraus Themen entwickelt, 3. diese Modulen zugeordnet und 4. hierfür Standards festgelegt werden. Dadurch soll einerseits die wissenschaftliche Fundierung des Lehramtsstudiums gewährleistet und andererseits eine Orientierung am Berufsfeld Schule ermöglicht werden.
Diese Überlegungen flossen schon mit der LPO 2003 in die Entwicklung der hochschulweit abgestimmten Rahmenstudienordnung ein, in der ein besonderer Schwerpunkt auf die Orientierung an Kompetenzen gelegt wurde. Im Rahmen der Paderborner Ausgestaltung zur Reform der lehrerbildung in NRW wurde die Kompetenzorientierung intensiviert. Auf Grundlage der Rahmenstudienordnung wurde mittlerweile ein Großteil der fachspezifischen Studienordnungen - teilweise mit Unterstützung des PLAZ - entwickelt und verabschiedet.
Die Orientierung an Kompetenzen wurde darüber hinaus ebenfalls ein Merkmal bei der Entwicklung von Profilen, die im Rahmen des Lehramtsstudiums erworben werden können sowie bei der Entwicklung eines phasenübergreifenden Portfolios, dass in Abstimmung mit der zweiten Ausbildungsphase und Schulleitungen entwickelt wurde.
Der wissenschaftliche Diskurs zu diesem Thema wurde im Rahmen einer vom PLAZ zusammen mit dem Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft und der Stiftung Mercator ausgerichteten Tagung zu "Standards und Kompetenzen – neue Qualität in der Lehrerausbildung?" gesucht. Ergebnisse dieses Diskurses fließen in den weiteren Entwicklungsprozess an der Universität Paderborn mit ein.

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