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UNEQUAL – Urteilsfehler bei der Bewertung von Unterrichtsqualität

Ausgangslage & Zielsetzung

Eine zentrale Frage der Lehrerbildung ist, inwieweit im Rahmen des Lehramtsstudiums erworbene Kompetenzen tatsächlich handlungsrelevant sind. In der empirischen Bildungsforschung wird eine implizite Wirkkette angenommen, dass Lehrerwissen zu Lehrerhandeln führt, welches wiederum durch einen qualitätsvollen Unterricht zum Lernen der Schülerinnen und Schüler beitragen soll (Terhart, 2012). Eine Möglichkeit, professionelles Handeln von Lehrkräften zu analysieren und damit Rückschlüsse auf die Wirkkette zu ziehen, ist die Beobachtung des Unterrichts mittels Videografie. Das gängigste Verfahren zur möglichst objektiven Beurteilung der Unterrichtsqualität bilden sogenannte Ratings, bei denen Beobachter einschätzen, in welchem Ausmaß das im Video beobachtbare Unterrichtsgeschehen bestimmte Qualitätsmerkmale (z.B. Klassenführung, Motivierung, Aktivierung) erfüllt (vgl. Helmke, 2012). Trotz ihrer breiten Verwendung ist der Einsatz von Beobachterratings mit vielen Problemen behaftet und unklar, ob oder in welcher Form überhaupt reliable und valide Messungen möglich sind (Praetorius, 2014). Diese Schwierigkeiten können im Wesentlichen auf Verzerrungseffekte (Urteilsfehler) bei der Beurteilung zurückgeführt werden. Generell sind Urteilsfehler bei der Qualitätsmessung von Unterricht bisher wenig erforscht, insbesondere welche Faktoren den Urteilsprozess beeinflussen. So kann man beispielsweise feststellen, dass in Forschungsprojekten, in denen der Unterricht von Lehramtsstudierenden in Praxisphasen mit Hilfe von Ratings beurteilt wird, bereits die ersten Unterrichtsversuche unabhängig von der Beobachtergruppe (Lehrer, Schüler, Selbstbeurteilungen) und eingesetztem Ratingsystem mit hohen Werten in der Beurteilung einhergehen (z.B. Baer et al., 2011; Holtz, 2014). Ziel ist es, die Annahme einer Strenge-Milde-Tendenz bei der Beurteilung von Unterrichtsqualität zu überprüfen. Des Weiteren sollen Verfahren zur Analyse der Unterrichtsqualität detaillierter untersucht werden.
In der geplanten Studie wird folgenden inhaltlichen Fragen nachgegangen:

  1. Beeinflusst die Hintergrundinformation zur Berufserfahrung der unterrichtenden Lehrperson das Urteil von Beobachtern?
  2. Zeigt sich ein moderierender Effekt zwischen weiteren Einflussfaktoren und der Urteilstendenz?

Methodisches Vorgehen

Zur Untersuchung der Forschungsfragen sollen zwei Teilstudien durchgeführt werden. In einem ersten Schritt wird ein (zeitlich verdichtetes) Unterrichtsvideo verwendet, das in beiden Teilstudien als Beurteilungsgegenstand fungiert und über Merkmale verfügt, die eine Beantwortung der Forschungsfragen ermöglichen. Beide Teilstudien haben grundsätzlich ein experimentelles Design (2 Experimentalgruppen und 1 Kontrollgruppe). Verschiedene Beobachtende (Lehramtsstudierende) erhalten die Aufgabe, die gleiche Unterrichtssituation (Video) mit Hilfe des standardisierten EMU-Ratingsystems (Helmke et al., 2010) zu beurteilen. Je nach Gruppenzugehörigkeit erhalten sie randomisiert unterschiedliche Informationen, die sich auf die Erfahrung der Lehrperson im Video beziehen (EG I = LP ist Anfänger, EG2 = LP ist berufserfahren, KG = keine Informationen).

Erwartete Ergebnisse

Es wird erwartet, dass sich eine Strenge-Milde-Tendenz bestätigt. Weiterhin wird erwartet, dass es einen Interaktionseffekt zwischen Kompetenzausprägungen im bildungswissenschaftlichen Wissen und den Hintergrundinformationen gibt. Ferner wird erwartet, dass die Beobachter auf den Expertisegrad der Lehrperson Bezug nehmen und damit ihr Urteil rechtfertigen.

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Kontakt

Dr. Christina Watson

Zentrum für Bildungsforschung und Lehrerbildung – PLAZ-Professional School

Wirkungsforschung in der Lehrerbildung; Forschungs- und Nachwuchsförderung

Christina Watson
Telefon:
+49 5251 60-3644
Büro:
W4.204

Sprechzeiten:

Mo, 8.30 - 9.30 Uhr

 

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