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Von Revolutionen und Orchestern

Ein Nachbericht von Yannik Röhr

Woran denken Sie, wenn Sie das Wort Revolution hören? An den Sturm auf die Bastille, an vergangene Erlebnisse aus Ihrem Geschichtsunterricht? Oder an das Medium mit welchem Sie diesen Text nun lesen? Das Digitale erregt die Gemüter – und sorgt für Diskurs.

Am 25. Oktober 2018 nahm sich Bardo Herzig, Professor für Allgemeine Didaktik und Schulpädagogik an der Universität Paderborn und Direktor des Zentrums für Bildungsforschung und Lehrerbildung (PLAZ) der Frage an, ob der Begriff der Revolution im Hinblick auf die neuen digitalen Möglichkeiten des Lernens gerechtfertigt sei.

Aber was darf man sich denn nun unter digitalem Lernen vorstellen? Die Antwort auf diese Frage blieb Herzig nicht lange schuldig und präsentierte einige Beispiele, die wohl vielen lange in Erinnerung bleiben werden.

Augmented reality – so nennt man digitale Angebote, welche den realen Raum durch Zusatzfunktionen ergänzen. Der Schüler kann die Seite in seinem Biologiebuch scannen und sieht kurz darauf eine dreidimensionale Projektion des menschlichen Körpers auf seinem Tablet, die er beliebig drehen und wenden kann. Auf Wunsch können sogar die Sichtweisen geändert werden, sodass nur die Muskeln oder Knochen in den Fokus genommen werden.

Dass man dieses Prinzip auch anders verwenden kann, demonstrierte Herzig, als er einige handtellergroße Karten auf den Tisch legte und kurz darauf das Tablet für jede Karte eine andere Musikvariante abspielte. So erschienen auf dem Bildschirm die visualisierten Instrumente und Sänger, welche nach Belieben durch das Wegnehmen oder Hinzufügen neuer Karten verändert werden konnten. Bei diesem Taschenorchester wird sich wohl mancher zurück in den Musikunterricht wünschen.

Ein anderer Aspekt, auf den der Referent hinwies, war die Möglichkeit der Verzahnung von menschlichem und digitalem Lernen. Zukünftig wird die Frage, ob Cookies den Lernprozess von Schülern und Schülerinnen unterstützen können, von enormer Bedeutung sein.

Am Ende ist jedoch klar, dass Medieneinsatz kein Erfolgsrezept ex machina ist. Die entscheidende Frage muss sein: Welche Lernaktivität wird durch den Einsatz digitaler Medien sinnvoll unterstützt?

Vor diesem Hintergrund schloss Herzig seinen Vortrag mit dem Fazit, dass es sich weniger um eine Revolution, als vielmehr um einen Entgrenzungsprozess handelte. Nur die Parameter hätten sich geändert, doch von einer kompletten Umwälzung der Verhältnisse (wie sie bei einer Revolution der Fall wäre) könne nicht die Rede sein.

Nun, da auch schon die ersten digitalen Schulbücher (BioBook NRW, mBook Gemeinsames Lernen für Geschichte) ausprobiert werden, bleibt abzuwarten, welche Schlüsse die Bildungspolitik aus diesen Entwicklungen ziehen wird.

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