Sum­mer School "Bil­dung für nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung: ver­glei­chen­de Per­spek­ti­ven"

Die Summer School, die vom 27. bis zum 31. Juli 2026 stattfindet, fokussiert lehramtsrelevante Perspektiven auf Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE). Diese kann nur interdisziplinär, kreativ erlebbar und mit starken Forschungsbezügen umgesetzt werden. Alle diese Aspekte werden in den Beiträgen der Tagung adressiert und dadurch für die Teilnehmenden erlebbar. Einen besonderen Stellenwert erhalten die studentischen Forschungsarbeiten, die im Rahmen des Projekts AKTIV UPB 2.0 entstanden sind. Die Beiträge der Summer School kommen aus Deutschland, Schweden, der Türkei, Paraguay und Togo. 

Die Veranstaltung richtet sich an Lehrende und Studierende der Lehramtsstudiengänge. 

Lehramtsstudierende werden gebeten, sich über PAUL anzumelden. Weitere Informationen finden Sie hier. 

Lehrende und weitere Interessierte wenden sich bitte per E-Mail an Dr. Eun Young Park.

Die Tagung findet an der Universität Paderborn im Gebäude O (Pohlweg 51) statt. Ein Lageplan der Universität Paderborn steht hier bereit.

 

Pro­gramm der Sum­mer School 2026

Die Summer School “Bildung für nachhaltige Entwicklung: vergleichende Perspektiven” bietet an allen fünf Tagen ein spannendes und anregendes Programm und schafft dabei vielfältige Möglichkeiten für einen interdisziplinären und internationalen Austausch. Am Dienstag und Mittwoch stehen jeweils zwei paralle Angebote zur Auswahl.

Eine Programmübersicht bietet die folgende Tabelle. Ausführliche Informationen zu den einzelnen Angeboten finden Sie weiter unten.

Mon­tag, 27. Ju­li

Die Eröffnung bildet den Auftakt zur Summer School.

Der einführende Vortrag zur Summer School ist für die meisten eine Reise in ein fernes Land und die dort bestehenden besonderen Herausforderungen für eine nachhaltige Entwicklung. Es geht um den paraguayischen Chaco, sowohl in seiner geopolitischen Verfasstheit und Bedeutung als auch bezüglich der dort lebenden Bevölkerungsgruppen. 

Der Vortrag wird die Frage thematisieren, wie man – insbesondere angesichts des Klimawandels – der gemeinsamen Herausforderung einer zuverlässigen Trinkwasserversorgung begegnen kann, auch und gerade wenn man dabei alle Bevölkerungsgruppen und deren sehr unterschiedliche Zugänge zu Ressourcen in den Blick nimmt.

Der Zugang zu sicherem Trinkwasser bleibt im paraguayischen Chaco eine lebenswichtige Herausforderung, insbesondere für ländliche und indigene Gemeinschaften. Eine nachhaltige Wasserversorgung wird im Vortrag vor allem als technische, aber auch als soziale Herausforderung adressiert. Die Entwicklung anwendungsbezogener Lösungsmöglichkeiten wird präsentiert und zur Diskussion gestellt.

Der Vortrag beleuchtet Nachhaltigkeit in der deutschsprachigen Lehrkräftebildung am Lehrerbildungsinstitut in Filadelfia sowie in der Ausbildung indigener Lehramtstudierender in Yalve Sanga. Nachhaltigkeit bedeutet hier nicht nur ökologisches Bewusstsein, sondern vor allem die Bewahrung von Traditionen, Sprache und kultureller Identität. 

In beiden Institutionen stärkt die gezielte Förderung der eigenen Identität die angehenden Lehrkräfte und befähigt sie, diese Werte später an ihre Schülerinnen und Schüler weiterzugeben.

Darüber hinaus werden Chancen und Herausforderungen beim Unterrichten in kulturell vielfältigen und mehrsprachigen Kontexten diskutiert. Ziel ist es, Impulse zu geben, wie Lehrkräftebildung über die reine Wissensvermittlung hinausgeht und zugleich Identität, Sprache und Gemeinschaft nachhaltig stärkt.

Die Masterarbeit „Nachhaltigkeit verstehen und leben: Bildung für nachhaltige Entwicklung im westlichen paraguayischen Chaco“ untersucht, wie Nachhaltigkeit und Bildung für nachhaltige Entwicklung in einer von ökologischen, sozialen und kulturellen Herausforderungen geprägten Region verstanden und in ausgewählten Bildungs- und Entwicklungsinstitutionen praktisch umgesetzt werden. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Gestaltungskompetenzen junge Menschen benötigen, um zu einer langfristig nachhaltigen Entwicklung der Region beizutragen. Dabei werden unterschiedliche Akteure aus indigenen und mennonitisch geprägten Kontexten berücksichtigt, um ein vielseitiges Verständnis von Nachhaltigkeitsperspektiven zu ermöglichen.

Lernen Sie Paderborn (neu) kennen!

Diens­tag, 28. Ju­li

Ein Workshop, der unser Spüren und Erleben zum Thema Nachhaltigkeit in den Vordergrund und auf die Bühne bringt. Anknüpfend an die Provokationen zur (nicht)nachhaltigen Wasserversorgung im paraguayischen Chaco und deren vielfältige Dimensionen entwickeln die Teilnehmenden auf der Basis von Auszügen aus aktuellen Theaterstücken der sogenannten Klimafiktion, Elemente Darstellenden Spiels, die sie erproben und am Freitagmorgen präsentieren. Eine ernstzunehmende Bildungsarbeit zur Nachhaltigkeit kann nur ganzheitlich gelingen und muss die Menschen mit Körper, Geist und Seele einbeziehen. Dieser Workshop dient dazu, allen Teilnehmenden der Summer School deutlich zu machen, wie wichtig Selbstausdruck als Teil einer Bildung für nachhaltige Entwicklung ist und wie sehr Theaterarbeit geeignet ist, einen solchen Zugang zu schaffen.

Der Beitrag untersucht, wie Lehrende im Bereich DaF und DaZ eine nachhaltige interkulturelle Sensibilisierung entwickeln und in ihre Unterrichtspraxis einbinden. Im Zentrum steht die Frage, wie professionelle Routinen, implizite Haltungen und institutionelle Rahmenbedingungen zusammenwirken und welche Lernprozesse nötig sind, um kulturelle Wahrnehmungsmuster stabil zu reflektieren. Der Beitrag greift zentrale Modelle der interkulturellen Kompetenzforschung auf, etwa Deardorffs prozessorientiertes Modell und Byrams Konzept der Intercultural Communicative Competence, und berücksichtigt neuere kritisch-interkulturelle Ansätze, die Kultur als dynamische Aushandlung verstehen und Reflexivität sowie Machtverhältnisse stärker betonen.

Empirische Studien zur Lehrkräftebildung zeigen, dass interkulturelle Kompetenz nur dann dauerhaft wirksam wird, wenn Lehrende wiederkehrende Reflexionsphasen, kollegiales Feedback und praxisorientierte Trainingsformate nutzen. Auf dieser Grundlage wird im Rahmen des Projekts ein zweistündiger Workshop durchgeführt, in dem Lehrende eigene Wahrnehmungsmuster analysieren, Unterrichtsszenarien bearbeiten und mikro-didaktische Interventionen entwickeln. Der Workshop dient zugleich als Format zur Erprobung nachhaltiger Lernschleifen.

Der Beitrag formuliert daraus konkrete Empfehlungen für Curricula, Weiterbildungskonzepte und Evaluationsformen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie kulturelle Diversität als professionelle Ressource genutzt werden kann und wie interkulturelle Sensibilisierung langfristig als Bestandteil beruflicher Entwicklung verankert wird.

Der Workshop widmet sich der Frage, wie literarische Texte aus verschiedenen Epochen der deutschen Literatur koloniale und antisemitische Diskurse reflektieren, reproduzieren oder kritisch hinterfragen. Im Mittelpunkt steht die Rolle der Literatur als kultureller Erinnerungsraum, in dem historische Formen von Ausgrenzung, Gewalt und Machtverhältnissen sichtbar gemacht und neu verhandelt werden können. Der Workshop lädt dazu ein, literaturwissenschaftliche Perspektiven auf Kolonialismus und Antisemitismus miteinander zu verbinden und nach ihren Bedeutungen für eine nachhaltige Erinnerungskultur in der Gegenwart zu fragen. Ziel ist es, interdisziplinäre Diskussionen anzuregen und neue Ansätze für Forschung und Lehre im Bereich der deutschen Literatur zu entwickeln.

Der Fokus des Workshops liegt auf dem Prozess zu einer Unterrichtsplanung für deutsche Lesetexte mit Einbindung der Nachhaltigkeit und der Bildung für nachhaltige Entwicklung, die das Thema „Umwelt“ thematisiert. 

Auf Grundlage des Modells Didaktische Analyse und des Verfahrens Scaffolding entwickeln die Teilnehmenden im theoretischen Teil eine methodische und didaktische Kompetenz, Lesetexte aus einem Lehrbuch mit Themen zu Nachhaltigkeit und BNE zu aktualisieren. Dabei ist das übergreifende Lernziel, ein nachhaltiges Bildungssystem zu fördern. Aufgabenstellungen zu den Lesetexten, die das zukunftsorientierte Denken und Handeln unterstützen, sind für die Teilnehmenden ausschlaggebend.

Im Praxisteil des Workshops wird gemeinsam eine Unterrichtsstunde erstellt, wo der Lesetext „Die sieben ökologischen Gefahren für die Menschheit“ als repräsentatives Beispiel thematisiert wird. Das fächerübergreifende Konzept bietet für die Lehrkräfteaus- und fortbildung einen Ausblick aus „Altem“ etwas „Neues“ zu entwerfen. 

Nachdem Ableitungen zum Verfahren sichergestellt und diskutiert werden, endet der Workshop mit einer kleinen Evaluationsrunde zu den erworbenen Kenntnissen der Teilnehmenden zu einer Unterrichtsplanung für Themen zu Nachhaltigkeitsförderung in deutschen Lesetexten.

Mitt­woch, 29. Ju­li

Der Workshop fokussiert technische Entwicklungen zur Nachhaltigkeit und zeigt innovative didaktische Konzepte, Methoden und Materialien, mit denen eine Bildung für nachhaltige Entwicklung bereichert werden kann. Dabei geht es insbesondere darum, Nicht-Techniker*innen Einblicke in solche Zugänge zu ermöglichen und ihnen auch eigene praktische Erkundungen mit entsprechendem Material zu ermöglichen. Die Idee: Bildung für nachhaltige Entwicklung braucht Lehrkräfte, die bereit sind, über den Tellerrand ihrer Fächer hinauszusehen, um ein möglichst breites Verständnis von Nachhaltigkeit zu entwickeln und sich auch didaktisch von möglichst vielfältigen Zugängen inspirieren zu lassen.

Der Workshop „Worte für die Zukunft: Kreatives Schreiben zu Nachhaltigkeit und Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)” verbindet kreative Sprachproduktion mit zentralen Zielen nachhaltiger Bildung. Auf der Basis bildgestützter Impulse und alltagsnaher Reflexionsanlässe entwickeln die Teilnehmenden literarische Kurztexte, die ökologische, soziale und gesellschaftliche Nachhaltigkeit aus unterschiedlichen Perspektiven erfahrbar machen. Methoden wie Elfchen, Haiku, Perspektivwechsel oder Mini-Story eröffnen vielfältige, kompetenzorientierte Zugänge zum Themenfeld Nachhaltigkeit und fördern zugleich sprachliche Ausdrucksfähigkeit.

Im Zentrum steht die Idee, Nachhaltigkeit nicht nur inhaltlich zu thematisieren, sondern als ästhetisch-kreative Praxis sichtbar zu machen. Dabei werden zentrale BNE-Kompetenzen wie Empathie, Perspektivübernahme, Zukunftsorientierung und Handlungssensibilität gezielt unterstützt. Kurze literarische Texte dienen als stilistische Impulse und laden dazu ein, eigene Schreibverfahren auszuprobieren und kreative Positionen zu entwickeln.

Zum Abschluss werden gemeinsam Möglichkeiten diskutiert, wie sich die erprobten Methoden auf verschiedene Unterrichtskontexte übertragen lassen, sodass die Teilnehmenden konkrete Ideen zur Umsetzung kreativen Schreibens im Rahmen einer nachhaltigkeitsorientierten Bildungsarbeit mitnehmen können.

Der DaF-Unterricht als Medium für Bildung für nachhaltige Entwicklung: Lehrwerkanalysen im internationalen Vergleich und Konsequenzen für Lehrwerkentwicklung, Unterrichtsgestaltung und Lehrkräftebildung

Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) ist ein zentrales Bildungskonzept, das Lernende dazu befähigen soll, komplexe globale Herausforderungen wie Klimawandel, Ressourcenverknappung, soziale Ungleichheit oder internationale Konflikte zu verstehen und aktiv an deren Bewältigung mitzuwirken. In internationalen bildungspolitischen Dokumenten – beispielsweise von der UNESCO – wird BNE als Schlüsselkompetenz für das 21. Jahrhundert definiert. Während BNE in vielen Schulfächern bereits systematisch verankert ist, gewinnt BNE inzwischen auch im Fremdsprachenunterricht zunehmend an Bedeutung. Sprache ist derzeit nicht nur ein Kommunikationsmittel, sondern ermöglicht auch einen Zugang zu kulturellen Wissensbeständen, Denkweisen und globalen Diskursen. Der DaF-Unterricht kann derzeit als Medium für BNE dienen, indem er Nachhaltigkeit sprachlich bearbeitbar macht, Diskursfähigkeit zu Zukunftsfragen fördert, interkulturelle Perspektiven eröffnet und Reflexion und Handlungsorientierung verbindet. Er wird damit zu einem Raum, in dem sprachliche Kompetenz und gesellschaftliche Verantwortung zusammenwachsen. In dem Workshop soll zuerst ein Input zu dem Thema: „Was für eine Bedeutung hat die Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) im Fremdsprachenunterricht?“ gegeben und im Anschluss an Daten einer Lehrwerkanalyse aufgezeigt werden, in welcher Form BNE im Deutsch-als-Fremdsprache-Unterricht verankert ist, um als Modell zu fungieren. Anschließend sollen die Teilnehmenden in Form von Gruppenarbeit versuchen, mit Hilfe eines Analysebogens die Darstellung ökologischer, sozialer und ökonomischer Nachhaltigkeitsaspekte in ihren landesspezifischen Lehrwerken zu evaluieren. Ziel des Workshops ist es, Unterschiede, Potenziale und Herausforderungen in Hinblick auf sprachdidaktische Umsetzung und nachhaltigkeitsbezogene Kompetenzen in internationalen Lehrmaterialien sichtbar zu machen und gemeinsame Empfehlungen für eine stärkere Verankerung nachhaltiger Bildung im DaF-Unterricht zu entwickeln. Darüber hinaus soll ein Lehrmodul für die DaF-Lehrkräfteausbildung entwickelt werden, das nachhaltige Bildung nicht nur inhaltlich, sondern auch methodisch verankert, womit DaF-Lehrer und Lehrerinnen dazu befähigt werden sollen, ihre Lernenden sprachlich zu mündigen aber zugleich auch zu motivieren, globale Zusammenhänge zu verstehen, kritisch zu reflektieren und verantwortungsbewusst zu handeln.

Den Kern des Workshops bildet der Zusammenhang bildungspolitischer Trends und der Vorstellung, dass Skandinavien vor allem in der Perspektive Studierender nachhaltig als Vorbild und Vorreiter verhandelt wird. Innerhalb des Workshops soll dieser Zusammenhang beleuchtet, eingeordnet und im Rahmen studentischer Forschungsprojekte weitergedacht werden.

Don­ners­tag, 30. Ju­li

Die Veranstaltung dient der vertiefenden Einführung in das qualitative erziehungswissenschaftliche Forschen. Am Beispiel verschiedener Forschungsprojekte werden deren qualitative Forschungsdesigns analysiert und diskutiert. Der Fokus liegt dabei auf solchen Projekten, die in internationalen Kontexten verortet sind, d.h. solchen, die sich mit verschiedenen Perspektiven auf globale Herausforderungen befassen, solchen, die Erziehung und Bildung in anderen Ländern und Regionen beforschen, oder solchen, die in internationalen Teams beforscht werden. Es geht also explizit um Chancen und Herausforderungen qualitativen Forschens in der Vergleichenden Erziehungswissenschaft.

Nachhaltigkeit ist ein zentrales Thema, auch im Kontext Schule und Bildung. Mit der UN-Initiative Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) (2005-2014) und dem darauffolgenden gleichnamigen Weltaktionsprogramm (2015-2019) wurde es als Leitbild im Schulprogramm verankert. Themen wie Klimawandel, Biodiversität, nachhaltiger Konsum, nachhaltige Energie, Interkulturalität, Menschenrechte etc. sollen so als Querschnittsthemen in den Unterricht eingebracht werden. Alle an Schule partizipierenden Personen sind dabei in die Planung und Umsetzung von BNE-Aktivitäten eingebunden. Das heißt, es geht dabei nicht nur um Nachhaltigkeitsthemen im Unterricht, sondern auch um eine nachhaltige Gestaltung der Schule als Lernort selber (vgl. https://www.unesco.de/sites/default/files/2020-04/BNE_Handreichungen%20Bildungsbereich%202018_Nachhaltigkeit_Schule_2019.pdf ).

Dementsprechend stellt sich die Frage, wie der Literaturunterricht in die BNE-Aktivitäten eingebunden werden kann. Literarische, fiktionale Texte simulieren Erfahrungen, d.h. der erzieherische Wert von Literatur liegt darin, dass man mit ihr Erfahrungen erproben kann, welche die Bewältigung individueller, sozialer und kultureller Herausforderungen ermöglichen. Nachhaltiges Denken, Handeln und Leben sind zentrale Herausforderungen der Gegenwart, so dass die Auseinandersetzung mit Literatur, die sich mit Nachhaltigkeitsthemen beschäftigt, Anstöße geben kann, dieses Thema auf individueller, gesellschaftlicher und kultureller Ebene umzusetzen.
Grimm/Wanning (2021: 86) konstatieren, dass „Sprache und Literatur […] einen besonderen Beitrag zur Übersetzung von Wissen in Handeln [leisten], kann doch insbesondere die Literatur als Probenraum konkreter Handlungen verstanden werden, indem Perspektivwechsel, Empathie und subjektive Involviertheit in das Geschehen […] zusätzliche Faktoren sind, deren Reflexion verändertes Handeln auslösen oder zumindest beeinflussen“ kann. Dementsprechend kann Literatur helfen, den sogenannten „environmental doublethink“, also das Auseinanderklaffen von Wissen über „das Zusammenwirken von Ökonomie, Technik und Ökologie“ und tatsächlichem nachhaltigen Handeln, zu überwinden (ebd.).

Nach einer kurzen theoretischen Einführung in ökokritische literaturdidaktische Ansätze wollen wir uns im Workshop mit lyrischen Texten und Medien auseinandersetzen, die das Verhältnis des Menschen zu seiner natürlichen Umwelt thematisieren, und sie auf ihr Potenzial für eine Bildung für nachhaltige Entwicklung analysieren. Um deutlich zu machen, dass Fragen der Nachhaltigkeit und des Verhältnisses des Menschen zu der ihn umgebenden Umwelt nicht erst im 21. Jahrhundert relevant geworden sind, werden Texte und Medien aus dem 19. bis 21. Jahrhundert herangezogen, auf ihre Gemeinsamkeiten und Unterschiede sowie auf ihre didaktische Relevanz für den Literaturunterricht untersucht.


Literatur:

Grimm, Sieglinde/Wanning Berbeli: Bildung für nachhaltige Entwicklung in und durch Sprache und Literatur. In: Mattfeldt, Anna/Schwegler, Carolin/Wanning, Berbeli (Hg.): Natur, Umwelt, Nachhaltigkeit. Perspektiven auf Sprache, Diskurse und Kultur. Berlin, Boston: De Gruyter 2021, S. 85-100.

Innerhalb des World Cafés können die Teilnehmenden mit den Studierenden, die im Rahmen des Projekts geforscht haben oder forschen werden, in Austausch treten. Die Beiträge stammen aus unterschiedlichen Ländern – damit werden die am Vormittag präsentierten Methoden vergleichender Forschung lebendig und erfahrbar.

Frei­tag, 31. Ju­li

Informationen folgen.

Die Summer School wird mit einer Abschluss-Session beendet.

An­sprech­part­ne­rin

Dr. Eun Young Park

PLAZ – Professional School of Education » Praxisphasen

Raum W3.102
Universität Paderborn
Mersinweg 3
33100 Paderborn

Ge­för­dert durch

Bun­des­mi­nis­te­rum für For­schung, Tech­no­lo­gie und Raum­fahrt (BMFTR)

Das BMFTR fördert AKTIV UPB 2.0.

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Deut­scher Aka­de­mi­scher Aus­tausch­dienst (DAAD)

Der DAAD fördert AKTIV UPB 2.0 im Rahmen der Förderlinie "Lehramt.International".

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