1. Paderborner Praxistag – Schule im Spannungsfeld zwischen analog und digital

Mittwoch, 06. März 2024 | 8:15 bis ca. 15:00 Uhr | Universität Paderborn | L-Gebäude

Was braucht es, um sich in Schule im Spannungsfeld zwischen analog und digital und den sich hieraus ergebenden Anforderungen zurechtzufinden? Dieser Frage geht der 1. Paderborner Praxistag mit dem Fokus auf der konkreten Nutzung und der kritischen Reflexion von Medien sowie der Ableitung von Konsequenzen hieraus nach. Neben einer einführenden Keynote stehen vielfältige Angebote zur gemeinsamen Diskussion zur  Verfügung. In fachlichen und überfachlichen Austauschformaten sollen zentrale Herausforderungen kritisch diskutiert und mögliche Lösungsansätze formuliert werden. Eine gemeinsame Mittagspause lädt zum informellen Austausch ein. Mentor*innen im Praxissemester, interessierte Lehrkräfte, Studierende, Hochschullehrende und weitere Beteiligte der Lehrkräftebildung sind herzlich eingeladen.

Gesamtprogramm

08.15 Uhr, Foyer L-Gebäude | Walk-in

08.45 Uhr, Hörsaal L1 | Eröffnung und Begrüßung

09.00 Uhr, Hörsaal L1 | Keynote: Schule und Lehrkräftebildung im Spannungsfeld von analog und digital – ambivalente Einblicke; David Tepaße (Leiter ZfsL Detmold) und Prof. Dr. Bardo Herzig (Direktor des PLAZ)

10.15 Uhr, Foyer L-Gebäude | Kaffee-Pause, inkl. Fachverbunds-Gallery-Walk

10.45 Uhr | Fachbereichsspezifische Sessions (Details folgen unten)

12.15 Uhr | Mittagspause

13.15 Uhr | Themenspezifische Sessions (Details folgen unten)

14.45 Uhr, Foyer L-Gebäude | Abschluss & Ausklang

Fachbereichsspezifische Sessions

Jun.-Prof Magdalena Kißling, Prof. Dr. Peter Hohwiller & Jun.-Prof. Dr. Victoria del Valle

Die Popularität von Fernsehserien geht über Generationen, Statusgruppen und Ländergrenzen hinweg. Dies zeigt sich eindrucksvoll am Beispiel des Streaming-Giganten Netflix, der ein breites Portfolio an Serien in verschiedenen Sprachen anbietet, darunter Bridgerton (Englisch), La Casa de Papel (Spanisch), Lupin (Französisch) und Türkisch für Anfänger (Deutsch). In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage nach dem Nutzen dieses Rezeptionsbooms für pädagogische Kontexte, insbesondere für den Sprach(en)unterricht.

Die Session bietet einen interdisziplinären Zugang zur transmedialen Repräsentation von Sprache(n) in Serien und zielt darauf ab, aus literatur- und mediendidaktischer Perspektive Impulse für didaktische Potenziale zu generieren. Dabei wird insbesondere die Verschiebung von Rezeptions- und Produktionskonzepten im Kontext seriellen Erzählens unter dem Einfluss der Digitalität in den Blick genommen. Es soll der Frage nachgegangen werden, inwieweit ein solcher Ansatz neue Horizonte im Umgang mit sprachlichen Inhalten und der Förderung von Medienkompetenz eröffnen könnte.

Moderation: Prof. Dr. Sabine Fechner & Pascal Pollmeier

Der Einsatz digitaler Medien bietet in den MINT-Fächern aller Schulformen ein enormes Potenzial, um Prozesse zu visualisieren, Konzepte zu modellieren oder Experimente zu unterstützen. Durch den Einsatz mobiler Endgeräte hat sich dieses Potenzial weiter gesteigert und führt zu einer großen Auswahl an digitalen Tools. In unserem Angebot wollen wir anhand ausgewählter Beispiele aus den MINT-Fächern der Frage nachgehen, welche Potenziale digitale Formate im Unterricht haben. An fachspezifischen Marktständen sollen Praxisbeispiele vorgestellt und kritisch diskutiert werden.

Jun.-Prof. Dr. Katharina Gather, Jun.-Prof. Dr. Nina Göddertz, Prof. Dr. Sandra Landhäußer, Prof. Dr.  Johannes Meyer-Hamme & NN

Abstract: Es gehört zu den gängigen Gegenwartsbeschreibungen, dass wir in Zeiten der Digitalität leben (Stalder) und sich Gesellschaften dabei grundlegend wandeln. Daraus werden nicht zuletzt auch Veränderungsbedarfe für die Schulen im Allgemeinen und die sozial- und gesellschaftswissenschaftlichen Fächer im Besonderen abgeleitet. Während mit dem „Digitalpakt Schule“ viel Geld zur Verfügung gestellt wird, gibt es einerseits Schulen, die mit digitalen Bildungsmedien unterrichten, andererseits haben manche Schulen nicht mal einen LAN-Anschluss. Selten werden aber die konkreten Erfahrungen, Bedarfe und Konzepte der unterschiedlichen Akteur:innen der Lehrer:innenbildung in fachspezifischer Perspektive diskutiert. Vor welchen Herausforderungen und Problemen stehen die Praktiker:innen? Inwiefern verändert sich der Gegenstand, wenn die dazu notwendigen Medien digital vorliegen? Gibt es überhaupt fachspezifische Bildungsmedien für die jeweiligen Fächer? Und falls ja: Wie ist die Qualität einzuschätzen? Diese und weitere Fragen sollen mit Lehrkräften, Fachleiter:innen und Fachdidaktiker:innen auf Augenhöhe diskutiert werden.

Dr. Nicole Satzinger & Dr. Carolin Waltert

Bewegung besitzt ein besonderes Potenzial für das Lernen – das wissen wir! Die gewinnbringende Verknüpfung von Bewegung und Lernen stellt aber immer noch eine große Herausforderung dar. In dieser Session lernen Sie ihren (digitalen) Unterricht durch den gezielten Einsatz ausgewählter Methoden bewegt(er) und gleichzeitig lernzeitwahrend zu gestalten. Gemeinsam sammeln wir Methoden für unterschiedliche Fächer, erproben diese exemplarisch und reflektieren sie für die eigene Unterrichtspraxis.

Prof. Dr. Marc Godau & Phillip Gosmann

Musiklernen im 21. Jahrhundert ist geprägt von Praktiken mit Digitaltechnologien, die Grenzen zwischen online und online verschwimmen haben lassen. Längst steht digital musicianship nicht mehr synonym zu solitärem Musikmachen mit einem Computer. Stattdessen haben sich neben Plattform-Musiker:innen in Social Media Kontexten wie YouTube, Instagram oder TikTok weltumspannende Ensembles herausgebildet, die miteinander kreativ-künstlerisch handeln. In dem Workshop sollen zwei aktuelle musikalische Lernpraxen aufgegriffen werden. Zum einen setzen sich die Teilnehmer:innen mit sogenannten Virtual Ensembles auseinander, bei denen Menschen in Multiframe-Videos beispielsweise als Ein-Personen-Ensemble sämtliche Instrumente allein spielen oder als gigantischer Chor gemeinsam singen. Zum anderen beschäftigen sich die Teilnehmenden neue Formen des Musikmachens und -lernens auf TikTok. Hervorgegangen aus einer App zur Erstellung von Tanz- und zur Lippenchronisations-Performances hat diese Plattform seit 2020 gesellschaftlich nicht nur Jugendlichen an Bedeutung gewonnen hat, sondern hat nachhaltig ebenso auf Internetkultur, Musikindustrie bis hin zu Politik eingewirkt. Im Workshop werden sowohl Beispiele gegeben, das Musikmachen mit Apps erprobt und für musikdidaktische Kontexte diskutiert. 

Dr. Marc Godau ist Professor für Empirische Musikpädagogik mit besonderer Berücksichtigung schulischer und popkultureller Kontexte und Leiter des Instituts für Begabungsforschung in der Musik (IBFM) an der Universität Paderborn. 

Seine Arbeits- und Forschungsschwerpunkte sind Musiklernen in formalen und informellen in der Postdigitalität, Soziomaterialität musikalischer Lern- und Bildungsprozesse, Didaktik der Populären Musik sowie Professionalisierung von Musikpädagog:innen.

Niklas Sänger & Prof. Dr. Tobias Jenert

Die Förderung digitaler Kompetenzen stellt die berufliche Bildung vor besondere Herausforderungen. Neben mediendidaktischen Kompetenzen ist insb. die berufspraktische Bedeutsamkeit der digitalen Transformation in den Blick zu nehmen. Wir stellen in unserer Session ein umfassendes Lehr-/Lernkonzept vor, bei dem sich Berufslernende bzw. angehende Lehrkräfte an Berufskollegs mit Hilfe von Fallstudien exemplarisch Veränderungen in den Arbeits- und Geschäftsprozessen als Folge der Digitalisierung erschließen können.

Dieses Angebot muss leider entfallen. Teilnehmer*innen, die diesem Angebot zugeordnet waren, werden gebeten auf das Angebot 1, 3, 5 oder 6 auszuweichen. Sie können das gewünschte Angebot dann einfach nutzen, eine vorherige Ummeldung ist nicht erforderlich!

Anne Breckner,

Digitales Arbeiten spielt bei den Lehramtsstudierenden im Praxissemester genauso wie im schulischen und universitären Raum eine große Rolle.

Insbesondere in den sehr subjektorientierten Fächern Religionslehre und Philosophie ist beim Einsatz digitaler Medien besondere Sorgfalt notwendig. Deshalb zielt die fachbereichsspezifische Session darauf ab, in einen interaktiven Austausch über gelingendes analoges und digitales Lernen und Lehren zu kommen, ohne zu verschweigen, dass es auch Herausforderungen mit sich bringt, theologische und philosophische Inhalte digital zu vermitteln.

Themenspezifische Sessions

Dr. Saskia Koltermann & Britta Al-Madani (QUA-LiS NRW)

Eine zukunftsfähige Ausbildung von Lehrkräften in NRW gibt auch Antwort auf die Frage, was „gute Schule“ und „qualitätsvollen Unterricht“ ausmacht – genau diese Fragen beantwortet der Referenzrahmen Schulqualität NRW (RRSQ).

Im Workshop werden zunächst die Struktur und Funktionen des RRSQ aufgezeigt und anschließend die Qualitätskriterien hinsichtlich der Herausforderung der Digitalisierung beleuchtet. Eine Arbeitsphase, in der die Teilnehmenden sich mit den unterstützenden Angeboten zum RRSQ beschäftigen, beschließt den Workshop.

Hendrik Peeters & Pascal Pollmeier

Technologien wie Augmented Reality (AR) und Virtual Reality (VR) ermöglichen das Erweitern der Realität bzw. das Eintauchen in digitale Welten. Im Rahmen dieses Workshops beschäftigen wir uns mit den Potenzialen und Herausforderungen von AR/VR-Anwendungen für den Unterricht. Neben der Erprobung bereits vorhandener Anwendungen werden auch Autor:innenwerkzeuge zur eigenen Gestaltung durch Lehrkräfte und Lernende vorgestellt, erprobt und kritisch diskutiert.

Sonja Puhr & Lea Koch

Im Praxissemester nicht nur an einer deutschen, sondern auch an einer Schule im Ausland unterrichten? Diese Möglichkeit bietet das Projekt „Praxissemester international“ den Lehramtsstudierenden der Universität Paderborn. Durch das Projekt sind in den letzten Jahren stetig wachsende Beziehungen zu unseren Partnerschulen und den engagierten Lehrkräften vor Ort entstanden.

Der Paderborner Praxistag 2024 bietet nun die Chance, den Kontakt zwischen Kooperationspartner*innnen im In- und Ausland herzustellen und gemeinsam in den Austausch über die Tätigkeit als Mentor*in für angehende Lehrkräfte zu treten.

Wir freuen uns auf einen spannenden, internationalen Austausch mit unseren Partner*innen aus der Türkei und aus Paraguay.

Nadine Hilpert & Michael Becker

Der Escape-Room in der Schule bietet eine hervorragende Möglichkeit medienintegriert und ganzheitlich zu lernen. Durch einen Escape-Room werden neben den fachlichen, medialen und kognitiven Fähigkeiten auch wichtige weitere Kompetenzen für die spätere Arbeits- und Lebenswelt geschult. Dazu gehören z.B. Kooperation und Kollaboration, Teamfähigkeit, motorisches Geschick, Konzentrationsfähigkeit, Kommunikationsfähigkeit, kritisches Denken Kreativität beim Lösen der Aufgaben.

Trailer eines Escape-Rooms

Prof. Dr. Bardo Herzig & Mario Engemann

Ziel des Workshops ist es, ein Verständnis von ChatGPT als generative Künstliche Intelligenz zu erlangen, die grundsätzliche Bedeutung für Gesellschaft und Schule zu reflektieren und konkrete Anwendungsszenarien praxisorientiert zu diskutieren. Die Teilnehmenden werden ermutigt, ihre möglichen Erfahrungen einzubringen sowie Chancen und Problemlagen der Nutzung von ChatGPT im Kontext professionellen Handelns zu erörtern.

Ansprechpartner*innen

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Dr. Pascal Pollmeier

Chemiedidaktik - Arbeitsgruppe Fechner

Forschung und Lehre

E-Mail schreiben +49 5251 60-1887