Wie verändert Künstliche Intelligenz (KI) das Lernen, Lehren und Prüfen? Unter dem Titel „Schule im KI-Zeitalter – Zwischen Innovation und Verantwortung“ fand zu diesen Fragen kürzlich ein Fachtag im Heinz Nixdorf MuseumsForum (HNF) statt. Mit über 270 Teilnehmenden aus dem gesamten Bildungsbereich übertraf die Veranstaltung die Erwartungen und unterstrich die Dringlichkeit und Relevanz des Themas.
Die Veranstalter*innen, Dr. Dietlinde Stroop (Fachberaterin MINT- und Medienbildung der Bezirksregierung Detmold), Dr. Pascal Pollmeier (Akademischer Rat in der Arbeitsgruppe Chemiedidaktik an der Universität Paderborn) und Michael Böhne (Fachleiter am Hanse-Kolleg Lippstadt / i. A. der PLAZ – Professional School of Education, Universität Paderborn) zeigten sich mit dem Verlauf der Tagung äußerst zufrieden. Der Einladung folgten nicht nur Lehrkräfte aller Schulformen und Schulleitungen, sondern auch Lehramtsanwärter*innen, Universitätslehrende, Elternvertretungen sowie Entscheidungsträger aus Verwaltung und Technik. Darüber hinaus kamen auch viele Teilnehmende, die selbst im Rahmen der Lehrkräftefortbildung (etwa in der QUA-LiS) und/oder in der Schulaufsicht tätig sind. Selbst Schüler*innen beteiligten sich am Fachtag. Dieser breite Mix an Akteur*innenen ermöglichte einen vielschichtigen Blick auf die Herausforderungen und Chancen der digitalen Transformation. Letzteres wurde auch von Klaus Twelsiek, Dezernent für Bildung in der digitalen Welt der Bezirksregierung Detmold, unterstrichen, der in einem kurzen Input die Landesprojekte zu KI, insbesondere die Einführung der KI “telli” für alle Schulformen, vorstellte.
Den inhaltlichen Auftakt bildete ein Impulsvortrag von David Tepaße, Leiter des ZfsL Detmold, zum Thema „Auf dem Weg in eine veränderte Lern- und Prüfungskultur in der Kultur der Digitalität“. Dieser setzte den Rahmen für die anschließenden 33 Workshops, in denen die Praxis im Vordergrund stand. Da viele Teilnehmende ihre eigenen digitalen Endgeräte mitgebracht hatten, konnten KI-Tools zur Unterrichtsplanung und Lernbegleitung direkt vor Ort erprobt werden. Die Themenvielfalt war groß: Neben den technischen Möglichkeiten, wie etwa dem Einsatz von KI als Tutor oder dem richtigen „Prompting“, nahmen ethische und rechtliche Fragestellungen großen Raum ein. Diskutiert wurden unter anderem der Datenschutz, die Gefahr der Reproduktion von Stereotypen durch KI sowie Aspekte der Bildungsgerechtigkeit beim Zugang zu kostenpflichtigen Tools. Ein wichtiges Element des Fachtags war der „Markt der Möglichkeiten“. Hier präsentierten Aussteller konkrete Umsetzungsideen für den Fachunterricht und luden zum Ausprobieren ein. Das „Vernetzungskaffee“ am Nachmittag bot zudem die Gelegenheit, sich intensiv auszutauschen – ein Aspekt, der neben der fachlichen Weiterbildung als besonders wertvoll wahrgenommen wurde.
Die Veranstaltung, die eine Fortsetzung der Reihe zum digitalen Handeln in Schule und Unterricht darstellt, ist noch nicht ganz abgeschlossen: Derzeit läuft eine umfassende Evaluation der Rückmeldungen. Auf Basis dieser Ergebnisse soll das Format der Veranstaltung als Kooperation von Bezirksregierung Detmold, Universität Paderborn, PLAZ – Professional School of Education, Lernstatt Paderborn und HNF weiterentwickelt und auch zukünftig fortgeführt werden, um Schulen auf ihrem Weg in das KI-Zeitalter zu begleiten.