Arbeitsgruppe Medien und Bildung
Die Herausforderungen einer digital geprägten Informationsgesellschaft erfordern spezielle Medienkompetenzen. Schule ist ein komplexes, sich ständig
veränderndes Berufsfeld. Inzwischen entwickeln Schulen eigene Leitbilder und erhalten zunehmend die Möglichkeit, ihre Lehrkräfte selbst auszuwählen. Gefragt sind heutzutage Lehrerinnen und Lehrer, die neben den unabdingbaren fachlichen, didaktischen und pädagogischen Qualitäten auch über weiterreichende, für das Berufsfeld Schule zukunftsweisende Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen. Die interdisziplinäre Arbeitsgruppe "Medien und Bildung" befasst sich mit der Verankerung des Aufgabenfeldes "Medien in Unterricht, Erziehung und Bildung" in der Lehrerausbildung.
Ringvorlesung "Bildung in der digitalen Transformation"
Die Ringvorlesung „Bildung in der digitalen Transformation. Eine Ringvorlesung für Lehramtsstudierende“ findet im Sommersemester 2026 jeweils donnerstags von 11:15-12:45 Uhr im Raum W3.210 statt. Sie richtet sich vorrangig an Lehramtsstudierende, ist aber auch für weitere Studierendengruppen geöffnet. In der Ringvorlesung wird gezeigt, was Bildung in der digitalen Transformation bedeutet. Ziel ist es, den Teilnehmenden einen Überblick über wichtige Theorien, Methoden und Begrifflichkeiten zu geben. Um einen breiten Einblick in Bildung in der digital vernetzten Welt zu geben, werden im Rahmen der Ringvorlesung fachwissenschaftliche, fachdidaktische und bildungswissenschaftliche Perspektiven aufgegriffen.
Bitte melden Sie sich in PAUL zur Ringvorlesung an (L.ZBL.99900).
Vorträge der Ringvorlesung
In der ersten Sitzung werden organisatorische Punkte geklärt. Interessierte werden gebeten, nach Möglichkeit zu dieser Sitzung zu erscheinen.
Zunächst wird kurz definiert, was unter „Maker Education” verstanden wird. Die Einbindung des Begriffs in die Lehrkräfteausbildung in NRW und an Schulen sowie die Potenziale von „Making” an Schulen werden aufgezeigt. Anschließend kommen wir gerne gemeinsam ins Gespräch darüber.
Games und Virtual Reality Anwendungen bieten aus zwei unterschiedlichen Perspektiven jeweils vielfältige Möglichkeiten für den Einsatz in der Lehre.
Auf der einen Seite können sie im Unterricht eingesetzt werden, um durch und mit den Anwendungen Inhalte zu vermitteln. Durch das Eintauchen und die Möglichkeit des spielerischen Erkundens virtueller Welten wird die Motivation und das Engagement der Lernenden gesteigert. So wird handlungsorientiertes Lernen im eigenen Tempo erlaubt. Gleichzeitig wird in einem sicheren Rahmen Medienkompetenz für den Umgang mit neuen Technologien wie Virtual Reality erarbeitet und deren Möglichkeiten reflektiert.
Auf der anderen Seite bietet auch das Erstellen solcher Anwendungen ein großes Lernpotential. Neben den technischen Fähigkeiten und dem Erlernen der nötigen Programme können Kompetenzen wie räumliches Denken, kreatives vs. technisches Arbeiten und das Hineinversetzen in andere Perspektiven (wie würden Nutzer:innen damit umgehen?) aufgebaut werden. Zentrale Punkte bei der Entwicklungsarbeit sind Kommunikation, Teamarbeit und Projektmanagement. Alle diese Kompetenzen können nicht durch theoretischen Unterricht erlangt werden, sondern erfordern praktische Erfahrungen, die am besten beim begleiteten Umsetzen solcher Projekte entstehen.
Am Beispiel der ToleranzRäumeVR stellen wir die Entwicklung der VR-Anwendung in der Lehre an der Universität Paderborn und das Erproben in den Schulen der Lernstatt Paderborn vor. Einen Eindruck der VR-Anwendung gibt die Browseranwendung unter https://www.toleranzraeume.org/virtuell/
Die bildungspolitische Diskussion wird derzeit durch Forderungen nach Verboten und Reglementierungen z.B. im Bereich von sozialen Medien oder im Kontext von Schule in Bezug auf Handys und Smartphones geprägt. Fortschreitende Entwicklungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz werden ebenfalls ambivalent diskutiert, nicht selten verbunden mit Hinweisen auf ein generelles Zurückrudern im Bereich der schulischen Digitalisierung, etwa nach schwedischem Vorbild.
Das Aufkommen technologisch neuer Medien war im Laufe der Mediengeschichte immer mit (medien-)pädagogischen Reaktionen verbunden, die in unterschiedlicher Weise Chancen und Problemlagen für Kinder und Jugendliche akzentuierten. Betrachtet man diese Reaktionen, so scheint die momentane Diskussion u.a. Rekurs auf solche Argumentationsmuster zu nehmen, die zu Beginn der Medienentwicklung dominierten.
Im Beitrag werden anhand von Beispielen mit der Entwicklung von Medien verbundene medienpädagogische Positionen und ihr Bildungsverständnis im Spiegel der Zeit skizziert. Vor diesem Hintergrund wird – ebenfalls an Beispielen – ein handlungs- und entwicklungsorientiertes Verständnis von Medienbildung entworfen und diskutiert, ob und wie sich damit eine Antwort auf die o.g. Herausforderungen formulieren lässt.
Open Educational Resources (OER) sind frei lizenzierte Materialien, die von Nachnutzenden (kosten)frei und vielfältig nachgenutzt werden dürfen – und dies ohne rechtliche Probleme. Die Materialien stehen i. d. R. unter Creative-Commons-Lizenzen, die viele Freiheiten einräumen und damit unendliche Möglichkeiten in der (schulischen) Nachnutzung, Bearbeitung und Weiter-Verbreitung bieten. Im Internet gibt es mittlerweile zahlreiche Suchmaschinen und Plattformen, über die man OER für den schulischen Kontext findet.
Mit OER verbundene offene Bildungspraktiken werden Open Educational Practices (OEP) genannt. OEP meinen u.a. Praktiken rund um den Einsatz und die Erstellung von OER, und sie könnend – breiter gefasst – innovative, didaktische Formate und Ansätze umfassen, die u.a. die Eigenverantwortlichkeit und Partizipation von Lernenden adressieren; Insgesamt spiegeln OER und OEP ein zeitgemäßes Verständnis von Lehren und Lernen wider und machen das Potenzial digitaler Medien nutzbar.
Die Sitzung führt in OER und OEP ein, fokussiert deren Merkmale im Kontext des Lehrens und Lernens, und bietet Gelegenheit, entsprechende Plattformen und Materialien für die eigene Unterrichtsgestaltung zu erkunden.
Geplante Inhalte der Sitzung sind:
- Einführung und Abgrenzung der Begriffe Augmented und Virtual Reality
- Fachübergreifende Einblicke in die Anwendung von AR und VR
- Bisherige Erkenntnisse der empirischen Bildungsforschung zum Einsatz von AR & VR
- AR und VR im Fach Chemie – Einblicke in fachspezifische Projekte
Die digitale Transformation, insbesondere die zunehmende Automatisierung mittels Künstlicher Intelligenz, führt zu vielschichtigen und tiefgreifenden Veränderungen in den Arbeits- und Geschäftsprozessen von Unternehmen und berührt vor diesem Hintergrund zwangsläufig auch Fragen der Gestaltung beruflicher Bildungsprozesse, die dann auch über mediendidaktische Fragestellungen hinausgehen. Für Lehrkräfte ist dies herausfordernd – sind diese doch aufgefordert auf diese berufliche Wirklichkeit Bezug zu nehmen und Lernsituationen entsprechend zu gestalten. Am Beispiel des Einzelhandels wollen wir Sie auf eine Zeitreise einladen und Perspektiven der beruflichen Bildung auf die digitale Transformation entwickeln.
Mit Hilfe von KI-Werkzeugen lassen sich inzwischen überbordende Bildwelten und Deep Fakes erzeugen. Was bedeutet das für das Verhältnis von Menschen zu Bildern? Welche Auswirkungen hat das auf das Verständnis und die Wahrnehmung der Welt und welche Rolle spielt dabei der Aspekt der Kreativität? Diesen Fragen geht der Vortrag nicht nur mit Fokus auf den Kunstunterricht nach.
Kurzbeschreibung der geplanten Inhalte:
- Was können (digitale) Transformationsprozesse auslösen?
- Digitale Transformationsprozesse als Treiber für (produktive & hemmende) Irritationen und Unsicherheiten
- Inwiefern erleben wir selber Irritationen?
- Reflexion eigener Lernprozesse
- Wie können wir Bildungsprozesse erklären?
- Klassische und neuere Bildungstheorien
- Welche Bedeutung haben Irritationen für Bildungsprozesse?
- Die Rolle von Irritationen in Bildungsprozessen —> Transformative Bildungsprozesse
- Wie sollten wir Bildungsprozesse vor dem Hintergrund von (digitalen) Transformationsprozessen gestalten?
- Reflexion der Rolle als Lehrkraft
In dieser Sitzung werden die Inhalte aller Sitzungen aufgegriffen und zusammengeführt. Für Studierende, die eine qT erwerben wollen, wird die aktive Teilnahme an der Sitzung empfohlen.
An diesem Termin können Studierende ihre qT-Leistung erbringen.
Arbeitsschwerpunkte
- Das Aufgabenfeld "Medien in Unterricht, Erziehung und Bildung" in der Lehrkräfteausbildung verankern
- Einen fakultätsübergreifenden Konsens über die Vorgehensweise im Hinblick auf neue Medien im Lehramtsstudium herstellen
- Organisation und Qualität des medienbezogenen Veranstaltungsangebots gewährleisten
- Über neue Themen im Zusammenhang mit dem Einsatz von Medien in Schule und Lehrerausbildung informieren und die Entwicklung medienspezifischer Angebote vorantreiben
- Inhaltlich und konzeptionell das Profilstudium Medien und Bildung erarbeiten
Sprecherinnenteam
Die Arbeitsgruppe wird von einem Tandem aus einer aus den Fakultäten stammenden Leiterin und einer PLAZ-Mitarbeiterin geleitet und koordiniert.